Viele von uns arbeiten täglich immer noch mit Outlook. Nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern weil es einfach da ist. Dabei gibt es mit Mozilla Thunderbird eine ausgereifte, kostenlose und quelloffene Alternative, die sich gerade für Datenschutzbeauftragte aus mehreren Gründen anbietet.
Was Thunderbird kann
Thunderbird ist ein E-Mail-Client, der weit mehr verwaltet als nur Mails. Mit dem richtigen Setup lassen sich in einem einzigen Programm zusammenfassen:
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E-Mail über IMAP
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Kalender via CalDAV – z.B. direkt aus der Nextcloud-Cloud
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Kontakte via CardDAV – ebenfalls aus der Nextcloud
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RSS-Feeds für Fachmedien oder Behördenverlautbarungen
Wer bereits die Nextcloud nutzt, bekommt damit einen Client, der alle dort hinterlegten Kalender und Adressbücher automatisch synchronisiert, ohne Microsoft-Konto, ohne Teams, ohne Cloud in US-amerikanischer Hand.
Verfügbarkeit
Thunderbird läuft auf Windows, macOS und Linux – und seit einiger Zeit gibt es auch eine vollwertige Android-App namens Thunderbird für Android (früher bekannt als K-9 Mail, das Projekt wurde von Mozilla übernommen). Eine iOS-Version ist in Entwicklung.
Warum das für Datenschutzbeauftragte relevant ist
Aus Datenschutzperspektive ist Thunderbird aus mehreren Gründen interessant:
Datensparsamkeit: Thunderbird verbindet sich nur mit den Servern, die du selbst konfigurierst. Es gibt keine Telemetrie, die standardmäßig Nutzungsverhalten an Dritte sendet.
Keine Vendor-Lock-in: Alle Daten – Mails, Kalendereinträge, Kontakte – liegen in offenen Formaten auf deinen eigenen Servern (bzw. auf der Vereins-Nextcloud). Kein proprietäres Microsoft-Format, kein Abhängigkeit von einem kommerziellen Anbieter.
Open Source: Der Quellcode ist öffentlich einsehbar und wird aktiv gepflegt. Sicherheitslücken werden transparent kommuniziert und rasch gepatcht.
EU-kompatible Infrastruktur: Wer IMAP bei einem europäischen Anbieter nutzt und CalDAV/CardDAV über eine selbst betriebene oder EU-gehostete Nextcloud, hat eine Lösung, die datenschutzrechtlich deutlich unkritischer ist als eine Microsoft-365-Umgebung mit US-Cloudspeicherung.
Einstieg
Die Einrichtung ist einfacher als sie klingt. Thunderbird fragt beim ersten Start nach E-Mail-Adresse und Passwort und erkennt in den meisten Fällen automatisch die richtigen Servereinstellungen. Kalender und Kontakte aus der Nextcloud werden über einen einfachen Dialog eingebunden (Adresse der Nextcloud eingeben, fertig).
Fazit
Thunderbird ist kein Behelfslösung für Minimalisten. Es ist ein professioneller, vollständig wartbarer Mail- und Groupware-Client, der quelloffen, kostenlos und auf europäischen Infrastrukturen zuhause ist. Gerade für einen Verein von Datenschutzbeauftragten, der digitale Souveränität nicht nur predigt, sondern auch vorlebt, ist das eine naheliegende Wahl.
Thunderbird kann hier heruntergeladen werden: Thunderbird — Befreien Sie Ihren Posteingang. — Thunderbird
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